Die nachfolgenden Substrat-Mischungen sind Vorschläge aufgrund angeeigneter und eigener Erfahrungen, die ich nach bestem Wissen zusammengestellt habe und (neben teils fertig erworbenen Mischungen) selbst verwende. Sie nehmen nicht für sich in Anspruch, die einzig und allein wahre Mischung für die jeweilige Gattung zu sein.
So kultiviert beispielsweise Herr Jöckel aus Hessen schon seid rund 30 Jahren Freilandorchideen und hat seine ganz eigenen Substrat-Mischungen und Kulturmethoden entwickelt und mir hierzu einen kleinen Abriss zur Verfügung gestellt, den ich gerne zum Vergleich ebenfalls hier veröffentliche. Bitte klicken Sie HIER, es öffnet sich dann ein Lightbox-Fenster. Andere schwören wieder auf ganz andere Substrattipps.
Beim Durchsuchen des "www" werden Sie daher schnell auf weitere Substrat-Empfehlungen stossen, die eine in Teilen oder auch insgesamt andere Zusammensetzung aufweisen, als unten von mir dargestellt. Lassen Sie sich hierdurch nicht verunsichern. Freilandorchideen sind in der Kultur toleranter, als gemeinhin geglaubt wird.
Mit den hier vorgestellten Mischungen versuche ich, den Gewächsen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fäulnisschutz einerseits und feuchtigkeits- sowie nährstoffspeichernden Erdanteilen andererseits zu bieten, die es auch erlauben, ohne automatische Bewässerungsanlage z.B. im Sommer zwei oder drei Wochen in Urlaub zu fahren und hierfür nicht gleich einen Orchideen-Liebhaber mit der Gießkanne engagieren zu müssen. Außerdem lerne ich noch ständig weiter dazu, sodass sich auch die Substrattipps hier immer mal wieder überarbeitet und daher anders darstellen.
Durch die seit Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts rasant steigende Zahl von Liebhabern der Freilandorchideen-Kultur sind auch die Experimentierfreude und die Erkenntnisse über mögliche und günstige Kulturmethoden gestiegen und in einem bis heute andauernden Wandel begriffen.
Im Dezember 2009 habe ich diese Empfehlungen zuletzt überarbeitet.
Bei den Naturarten der Cypripedien finden Sie alternativ drei Substratangaben:
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Substrat 1 besteht nur aus wenigen Bestandteilen, ist daher recht einfach zusammen zu stellen und enthält organische Anteile aus ‚NeudoHum‘ der Fa. Neudorf (i.d.R. erhältlich in gut sortierten Gartencentern). Diese Pflanzerde besteht aus einem Gemisch von Rindenhumus, Holz- und Kokosfasern bei einem ph-Wert von etwa 6,0 und einem Salzgehalt von 1,8 g/L.
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Ich selbst habe im Frühjahr 2008 damit begonnen, Pflanzen in ein solches Gemisch zu setzen und bislang ganz gute Erfahrungen damit gemacht, ebenso wie andere Orchideen-Liebhaber, die schon länger damit experimentieren. Weil es immer wieder Nachfragen in diese Richtung gab, habe ich mich entschlossen, diese hier mit einzustellen.
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Einwände gegen Neudohum bestehen in Bedenken gegen die Strukturstabilität, weshalb es vielfach als nur für die Topfkultur geeignet angesehen wird. Nach eigenen Versuchen unterstütze ich diese Auffassung. Bei einer Verwendung sollte unbedingt auf einen Schutz vor Übernässung dieses Substrats geachtet werden. Wer sicher gehen will, sollte daher die Verwendung dieses für Orchideen relativ stark aufgedüngten und humosen Substrats auf die Containerkultur beschränken (mit jährlicher Substraterneuerung und Regenschutz der Töpfe!) und im übrigen für das Freiland auf Substrat 2 oder 3 zurückgreifen.-
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Substrat 2 ist eine "Eigenkomposition" mit Humusanteilen, die ich seit ein paar Jahren bei Cypripedium teste mit zufriedenstellenden bis guten Resultaten.
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Substrat 3 verzichtet auf besondere Humusanteile und beinhaltet eher ‚konservative‘ Bestandteile auf der Basis von Lehm und grobem Sand; Zusammensetzungen, mit denen ich auf der Grundlage der in den achtziger bis Ende der neunziger Jahre propagierten Pflanzempfehlungen lange Jahre recht erfolgreich gearbeitet habe. Danach habe ich eine Zeit alle möglichen anderen Mischungen ausprobiert, kehre aber zunehmend wieder zum alt-Bewährten zurück.
Die bisherige Differenzierung von 'kalkliebenden' und 'kalkfliehenden' Cypripedien habe ich aufgegeben. Bis auf Cyp. accaule, die zwingend ein sehr saures Substrat benötigt, können entgegen früheren Verlautbarungen alle weitere Arten, die hier vorgestellt werden, erfolgreich zumindest auch auf Kalk kultiviert werden, auch Cyp. reginae und pubescens. Ein ph-Wert um 6,5 ist erstrebenswert. Die Cyp. Hybriden können selbstverständlich ebenso in dasselbe Substrat gesetzt werden, wie die Naturarten; hier habe ich eine gesonderte Darstellung nur vorgenommen, weil einige Liebhaber nur Hybriden kultivieren und dann eine noch einfachere Mischung ausreichend ist.
Auch für Dactylorhiza stehen jetzt zwei Substrate zur Auswahl, einmal nur Lehm, Sand und Weißtorf, das andere mehr humos. Die erste Mischung wird von mir in dieser Form mit einer Anpflanzung D. maculata seit Frühjahr 2009 verwendet. Bei der Verwendung eines Gemisches aus Neudohum und Seramis für Dactylorhiza und Gymnadenia kann ich die Erfahrungen anderer über eine außerordentlich gute Knollen- und Pflanzenentwicklung bestätigen.
Generell bitte ich um Beachtung, dass ich mich bei den Angaben auf die Orchideen-Arten und -Sorten beschränkt habe, bei denen ich selbst schon eigene Erfahrungen sammeln konnte.
Gleichwohl kann ich selbstverständlich keine Anwuchs- oder Erfolgsgarantie für deren Eignung unter anderen klimatischen Bedingungen mit Pflanzen, deren Herkunft, Zustand und "Zucht-Substrat" ich nicht kenne, übernehmen.
Meine Empfehlungen lauten also für ....
Cypripedium-Naturarten (ohne Cyp. accaule):
Substrat 1 (für die Topfkultur mit regelmäßiger Substraterneuerung):
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30 % (bis max. 50 %) Neudohum
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70 % Seramis und/oder Perlite und/oder Bimsschotter (3-8mm)
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mit Kalksplitt vermischt
Substrat 2:
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20 % Pinienrinde (3-8 mm)
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20 % Rindenhumus
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40 % Bimsschotter und/oder Perlite und/oder Seramis bzw. Blähtonschotter
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20 % scharfer Sand
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mit zerkleinertem Kalkstein/Kalksplitt vermischt
Substrat 3:
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30 % Lehm
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60 % scharfer Sand
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10 % Bims, Seramis, Blähtonschotter oder Perlite
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mit zerkleinertem Kalkstein/Kalksplitt vermischt
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims gemischt mit zerkleinertem Kalkstein
Cypripedium-Hybriden:
Substrat:
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40 % ungedüngte, 'alte' Gartenerde (ungedüngte Wiesenerde) oder Lehm
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60 % scharfer Sand
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims gemischt mit zerkleinertem Kalkstein
Pleione:
Substrat:
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Blähtonschotter, die oberen 10 cm 1:1 gemischt mit Fichtennadelhumus und abgelagerter Gartenerde versetzt mit Styroporflocken und Holzkohlestücken
Drainage: grober Blähton oder Kies
Epipactis:
Substrat:
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60 % ungedüngte Gartenerde
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20 % Seramis und/oder Bimsschotter und/oder Perlite
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20 % Kalksplitt
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims vermischt mit zerkleinertem Kalkstein
Dactylorhiza (ohne D. sambucina):
Substrat 1:
- lehmige, alte Garten- oder ungedüngte Wiesenerde, scharfer Sand und Weißtorf
im Verhältnis 1 : 1 : 1
Substrat 2:
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40 % Neudohum (oder Holz-/Kokusfaser mit Rindenhumus im Verhältnis 2:1)
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60 % scharfer Sand und/oder Seramis, Bimsschotter, Perlite
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims vermischt mit zerkleinertem Kalkstein
Bletilla:
Substrat:
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40 % Seramis und/oder Perlite und/oder Bimsschotter
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20 % ungedüngter, grober Torf (Weißtorf) oder Holzfaser
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40 % ungedüngte Gartenerde
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims
Gymnadenia conopsea:
Substrat:
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40 % Neudohum und/oder ungedüngte Garten- bzw. Wiesenerde
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60 % scharfer Sand und/oder Seramis, Bimsschotter, Perlite
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mit zerkleinertem Kalkstein vermischt
Drainage: grober Blähton, Kies oder Bims vermischt mit zerkleinertem Kalkstein
Pogonia ophloglossoides:
Substrat:
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ungedüngter Weisstorf im Moorbeet
Sie können diese Tabelle ergänzt um weitere Tipps zum Gießen, Düngen u.a. auch als pdf-Datei herunterladen, siehe den Link auf Pflegetipps > Intro !