Fernsehbericht in der ARD vom 28.04.2013 über Frauenschuh im Garten: Mediathek-Video
(ab Minute 2:15).


Cypripedium, Frauenschuh, Lady's Slipper

- Zur Gattung Cypripedium gehören die schönsten Freilandorchideen -




Cypripedium calceolusAus der Familie der Orchideen ist die Gattung Cypripedium eine der schönsten und auffälligsten. Diese Freilandorchideen sind nahezu vollständig in den zwar gemäßigten, jedoch gleichwohl verhältnismässig kühlen Zonen der nördlichen Erdhalbkugel beheimatet.

Von den aktuell 57 bekannten Arten, Varietäten und Formen dieser Erdorchideen weisen viele eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und Frost auf.

Die erste Hybride 'Genesis' (Cyp. reginae x pubescens) wurde erst 1987 durch den Züchter C. Whitlow aus den USA der Öffentlichkeit vorgestellt (die schon davor ca. 1800 und 1932 bekannt gewordenen Hybriden 'Ventricosum' und 'Andrewsii' zählen m.E. nicht, da Naturhybriden).

Zwischenzeitlich sind mehr als 200 Hybriden bekannt (Stand Anfang Januar 2013 sind im Register der 'RHS' 220 Stück gelistet.), davon nur eine Handvoll Naturhybriden, die anderen entstanden alle durch Züchterhand.

So wurden z.B. in den Jahren 2005 bis 2011 über 100 neue Kreuzungen registriert, davon alleine 22 im Jahr 2010.

Neben dem schon erwähnten Herrn Whitlow ist Herr Werner Frosch aus Dreieich bei Frankfurt a.M. führend an diesen Zuchterfolgen beteiligt.

Trotzdem werden nicht nur diese Freiland-Orchideen immer noch in vielen Gartenbüchern entweder als für den Garten unkultivierbar dargestellt oder gleich ganz übergangen.

Richtig ist, dass die Naturarten in der Kultur anspruchsvoll, aber nicht unmöglich sind.

Richtig ist auch, dass Pflanzen, die aus der freien Natur entnommen wurden, an einem neuen Standort meist binnen kürzester Zeit eingehen, sei es weil Wurzeln und Rhizom beim Ausgraben beschädigt wurden, sei es weil die langjährig etablierte Pflanze den Substratwechsel von ihrem Ursprungsstandort zum Garten nicht verkraftet.

Es darf und sollte daher auch nicht das Ziel sein, Wildvorkommen auszugraben, um sie in den eigenen Garten zu bringen; eine Entnahme aus der Natur ist nicht nur schädlich sondern auch strafbar.

Cypripedium x AndrewsiiDennoch, - eine Gartenkultur ist möglich, nicht nur von den besonders hierauf gezüchteten Hybriden, sondern durchaus auch von Naturarten des Frauenschuh.

Allerdings sollten die Pflanzen von entsprechend spezialisierten und i.d.R. auch staatlich überwachten Züchtern/Händlern erworben werden. Dort werden die Cypripedien bereits von dem Augenblick an, ab dem sie aus der Zuchtflasche kommen, in entsprechenden Substraten herangezogen, die eine spätere Verpflanzung erleichtern wenn nicht gar erst ermöglichen.

Ein paar allgemeine Hinweise vorweg:

Der alljährliche Austrieb der Cypripedien ist je nach Art zwischen Ende März und Mitte April.

Die Blütezeit liegt erneut gestaffelt zwischen Anfang Mai bis Mitte/Ende Juni. Die Blüte selbst dauert je Art etwa drei Wochen, fällt sie in eine andauernd schöne Warmwetterperiode gegf. ein paar Tage weniger.

Durch entsprechende Auswahl der gepflanzten Cypripedien kann man also eine Blütezeit von insgesamt rd. 6-7 Wochen erzielen.

Ab Ende August beginnen die ersten Frauenschuh mit dem Einzug des Blattwerks, der zwischen Ende September und Ende Oktober abgeschlossen ist. Die in der Erde liegenden Rhizome überwintern dann bis zum nächstjährigen Austrieb.

Auf den folgenden Unterseiten sind die einzelnen Sorten, die ich selbst kultiviere, im einzelnen vorgestellt, aufgeteilt in die beiden Blöcke 'Naturarten' und 'Hybriden'.

Für eine mit Javascript animierte Fotosequenz vom Beginn des Austriebs bis zur Blüte des Marienfrauenschuh aus dem Frühjahr 2007 folgen Sie dem Link.

Eine Seite mit einer ausführlichen Beschreibung der Gattung Cypripedium und einer Liste aller bekannten Wildarten nebst deren natürlichen Verbreitungsgebieten ist unter dem Link Artenliste + Vorkommen abzurufen.

Alle diejenigen, die nach der Betrachtung der folgenden Arten auf den Geschmack gekommen sind, finden weiterführende Hinweise zur Kultur dieser Freilandorchideen inklusive einer Beschreibung zur eigenen Aufbereitung von Substraten und zur Teilung von Horsten auf den Seiten unter Pflegetipps.

 

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