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Pleione - Bergorchidee

- Die Gattung Pleione - wenig Naturarten, unzählige Hybriden -




Pleionen (Berg- oder Tibetorchideen) gleichen mit ihren Cattleya-ähnlichen Blüten den vielen in der täglichen Werbung und in Zeitschriften dargestellten Orchideen aus tropischen Regionen, die bei uns nur im Zimmer oder gar nur unter Glas zu kultivieren sind.

Es gibt zwar nur etwa 15 - 20 Naturarten dieser Gattung, dafür ist die Vielfalt bei den Pleionen-Hybriden mit ausgesprochen schönen Blüten in Form, Größe und Färbung, mindestens ebenso groß, ja sogar größer als bei Cypripedium.

Pleionen stammen aus den südostasiatischen Gegenden mit Monsunklima (Zentralnepal bis Taiwan, Zentralchina bis Thailand, Laos und Birma in Höhenlagen zwischen 1 000 und 4 000 m) und wachsen dort teils terristrisch (in der Erde), sitzen teils auch auf mossbedeckten Felsen oder Stämmen auf. Entsprechend ihren natürlichen Standorten benötigt Pleione sehr gut dränierten Boden, um nicht zu faulen.

Blüte und Blattwerk kommen aus einer sogen. Bulbe, einer Art Zwiebel hervor. I.d.R. bildet jede Pflanze nur ein Blatt aus, das erst nach der Blüte zur vollen Größe heranwächst. Mit etwa 10 - 12 cm Höhe sollte sie in den Vordergrund des Orchideenbeets gesetzt werden, um voll zur Geltung zu kommen.

Aus jeder Bulbe wachsen im Frühjahr mindestens ein, meistens zwei Triebe, die sich im Verlaufe des Sommers zu neuen Bulben ausbilden. Die 'alte' Bulbe dient über den Sommer als Nährstoffgeber für den bzw. die neu aus ihr hervorgehenden neue(n) Bulbe(n) und kann im Herbst entweder entfernt werden oder vergeht im Winter.

Zusätzlich wachsen aus dem "Kopf" der Bulbe, der im Vorjahr Blatt und Blüte hervorgebracht hat, ein bis zwei sogen. Brutzwiebeln, die ebenfalls zur Vermehrung problemlos verwendet werden können.

Für weitere Einzelheiten Pflegetipps > Vermehrung.

Es gibt früh(jahrs)blühende und spät(herbst)blühende Arten. Die erstgenannten sollen trocken bis zum Knospenaustrieb überwintern und vertragen in der kalten Jahreszeit Temperaturen um 0 Grad C°, teilweise auch darunter, die spätblühenden können zwar im Winter feuchter stehen, benötigen aber auch etwas mehr Wärme.

Bis auf Pleione limprichtii gelten jedoch alle weiteren Arten auch der frühblühenden als nur bedingt frostbeständig. Wenn man das vielfältige Angebot in der Kultur dieser Pflanzen nutzen will, muss man also "Fan" von Kalthauskultur sein oder zumindest die Masse der Pflanzen zum Überwintern in's Haus holen, was nicht mein Fall ist.

Ich habe daher nur drei in die Kultur genommen: Pleione formosana (siehe Folgeseite), Pleione limprichtii und die in der Blüte sehr ähnliche Pl. bulbocodiodes, die alle ganzjährig im Freien bleiben.

Andere Sorten haben zumindest in einem strengen Winter bei einer ganzjährigen Freilandhaltung keine Chance.